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Berichte aus Spanien

Brief von einem Arbeitnehmer aus einer Perrera in Spanien (kann aber sicherlich auch auf Perreras in Ungarn, der Slowakei, Frankreich, Belgien, Portugal, Russland usw. übertragen werden):

Ich glaube, unsere Gesellschaft braucht ein Weckruf. Als Leiter einer Perrera werde ich was mit Euch teilen ... ein Blick von "innen", wenn Ihr mir erlaubt.

Zunächst an alle Züchter und Verkäufer von Hunden, Ihr solltet zumindest einen Tag in einer Perrera arbeiten. Wenn Ihr vielleicht den traurigen, verlorenen Blick in den Augen der Hunde seht, würdet Ihr Eure Meinung ändern und nicht an Menschen verkaufen, die ihr gar nicht kennt. Gerade diese Welpen könnten am Ende in meiner Perrera landen, wenn er nicht mehr ein süßes Hundebaby ist. Wie würdet Ihr euch fühlen, wenn Ihr wüsstet, dass es eine 90%ige Chance besteht, dass dieser Hund nie mehr aus dem Zwinger kommt, wenn er erstmal hier landet? 50% der Hunde, die hier abgegeben werden oder verirrt rum laufen sind reinrassige Tiere.

Hier die häufigsten Ausreden die ich höre, sind:

"Wir sind umgezogen und ich kann unseren Hund / unsere Katze nicht mitnehmen." Wirklich? Wohin ziehen Sie denn und warum suchen Sie sich nicht eine Wohnung oder ein Haus in dem sie mit ihrem Tier leben können?

"Der Hund wurde größer, als wir dachten." Und was dachten Sie denn wie große ein deutscher Schäferhund wird????

"Ich habe keine Zeit mehr für das Tier". Wirklich? Ich arbeite 10 oder 12 Stunden am Tag und ich habe immer noch Zeit für meine 6 Hunde.

"Er zerstört meinen ganzen Garten " Also, warum haben Sie ihn nicht im Haus mit der Familie?

Dann sagen sie immer: "Wir wollen nicht nerven und darauf beharren, dass Sie ihm ein gutes Zuhause suchen, denn wir wissen, dass sie ihn adoptieren werden, er ist nämlich ein guter Hund.“ Das Traurige daran ist, dass Dein Haustier nicht adoptiert wird und weißt Du, wie stressig es in einem Zwinger ist? Nun, lass es mich Dir mal erklären:

Dein Tier hat 72 Stunden Zeit eine neue Familie zu finden. Manchmal ein wenig länger, wenn die Zwinger nicht so voll sind und er völlig gesund bleibt. Wenn Dein Tier sich erkältet, stirbt es.

Die Katzen sehen ihrem sicheren Tod entgegen.

Dein Haustier wird in einen kleinen Käfig eingesperrt, umgeben vom lauten Bellen und Schreien von 25 anderen Tieren.

Dein Haustier wird weinen und deprimiert sein und auf seine Familie warten, die ihn verlassen hat. Wenn Dein Tier Glück hat und es genügend Freiwillige gibt, könnte es sein, dass er mal ausgeführt wird. Wenn nicht, wird Dein Haustier keinerlei Aufmerksamkeit erhalten, abgesehen von einem Teller mit Essen welcher unter die Zwingertür geschoben wird und eine Dusche mit Wasser, um die Exkremente raus zu spülen.

Wenn Dein Hund groß, schwarz oder einer Kampfhundrasse (Pit Bull, Dogge ...) angehört hast Du ihn in den sicheren Tod geführt in dem Augenblick in dem Du mit ihm durch die Tür gekommen bist. Diese Hunde werden in der Regel nicht angenommen. Egal wie "süß" oder wie "trainiert" er ist.

Wenn Dein Hund nicht in den 72 Stunden adoptiert wird und die Perrera voll ist wird er sterben.

Wenn die Perrera nicht voll ist und Dein Hund attraktiv und süß ist, kann man möglicherweise seine Hinrichtung verzögern, aber nicht für lange.

Die meisten Hunde werden sofort umgebracht, wenn sie sich aggressiv zeigen, aber selbst der ruhigste Hund kann solch ein Verhalten zeigen, wenn er eingesperrt wird und die Veränderungen seines Umfeldes nicht verträgt.

Wenn Dein Hund sich mit Zwingerhusten infiziert (Canine infektiöse Tracheobronchitis) oder einer anderen Infektionen der Atemwege, wird er unverzüglich getötet, einfach weil wir keine Ressourcen haben, um Therapien in Höhe von 150,-- € zu bezahlen.

Und nun möchte ich Euch was über die Euthanasie schreiben für all die, die noch nie erlebt haben, wie ein vollkommen gesundes Tier umgebracht wird:

Als erstes werden die Hunde mit einer Leine aus ihrem Zwinger geholt, sie denken, dass sie spazieren gehen werden und wedeln mit dem Schwanz.

Bis wir in "den Raum" kommen, dort bremst jeder Hund ab. Ich bin davon überzeugt, dass sie den Tod und alle verlorenen Seelen riechen, die dort sterben mussten. Es ist seltsam, aber es passiert mit jedem von ihnen.

Dein Hund oder deine Katze wird von 1-2 Menschen gehalten, je nachdem wie nervös oder groß das Tier ist. Dann wird jemand von der Verwaltung oder ein Tierarzt den Sterbeprozess einleiten. Es wird eine Ader in ihrem Vorderbein gesucht eine Dosis einer "pinken Substanz" injiziert. Hoffentlich ist Dein Haustier nicht scheu, wenn es von mehreren gehalten wird. Ich habe Hunde gesehen, die sich die Kanüle raus gerissen haben und in ihrem Blut gebadet haben, begleitet von lauten Weinen und Schreien. Viele schlafen nicht einfach ein, sie krampfen und ringen nach Luft und koten sich ein.

Wenn alles fertig ist, wird Dein Tier wie ein Stück Holz gestapelt auf die anderen Hunde, die schon in der Gefriertruhe liegen, um darauf zu warten wie Abfall abgeholt zu werden. Was passiert als nächstes? Wird es eingeäschert oder begraben? Wird es als Tierfutter verarbeitet? Du wirst es nicht erfahren, aber es war ja nur ein Tier und Du kannst Dir ja jederzeit ein Neues holen, richtig?

Ich hoffe, wenn Du bis hierher gelesen hast, dass sich Deine Augen getrübt haben und Dir die Bilder nicht aus dem Kopf gehen, denn ich sehe sie jeden Tag, wenn ich nach Hause komme von der Arbeit.

Ich hasse meinen Job, ich hasse es dass es ihn überhaupt gibt und ich hasse es zu wissen, dass es ihn weiterhin geben wird, wenn ihr Euch nicht ändert.

Zwischen 9 und 11 Millionen Tiere sterben weltweit jeden Tag in den Perreras und nur Du kannst das stoppen. Ich mache alles mögliche, um jedes Leben zu retten, aber die Tierheime sind immer voll und jeden Tag gibt es mehr Tiere die rein kommen als die die raus dürfen.

Bitte züchte oder kaufe nicht, solange Hunde in den Perreras sterben.

Hasse mich, wenn Du möchtest. Die Wahrheit tut immer weh und das ist nun mal die Realität. Ich hoffe nur, dass ich mit diesem Brief die Menschen erreichen kann, die züchten, ihre Tiere aussetzen oder wahllos kaufen.

Ich wünschte, jemand würde zu mir auf die Arbeit kommen und sagen: "Ich habe ihren Brief gelesen und möchte ein Tier adoptieren". Dann hätte sich alles gelohnt.

Bitte, wenn Du möchtest, dass sich das ändert, verteile meinen Brief großzügig.

Jazz M. Onster
(Übersetzung ins Deutsche von Constanze Schöttler)


Der Report eines Hundes aus einer Perrera:

Jeder, der schon einmal mal einen Hund hatte, weiss wie treu sie sind und wie sehr sie ihren Besitzer lieben. Was mögen all diese Hunde wohl fühlen, wenn sie in eine Tötungsstation gebracht werden um dort getötet zu werden? Was mögen die kleinen Welpen fühlen, wenn sie in eine Mülltonne geworfen werden noch bevor sie das erste mal ihre Augen geöffnet haben? Was fühlt jener Galgo, wenn er von seinem Besitzer mitten auf dem Feld oder stranguliert an einem Baum zurück gelassen wird, nach all den Jahren in denen er ihn auf der Jagd begleitet hatte? Was fühlt ein Hund wenn er auf einer Autobahn ausgesetzt wird und seine Familie in ihrem Auto wegfahren sieht?


Das kann nicht sein! Sie haben mich vergessen!
Nein, mein Lieber, sie haben dich nicht vergessen. Und bleib nicht länger hier sitzen und warte auf sie. Sie mögen dich nicht mehr, du störst sie nur. Es macht keinen Spass mehr mit dir spazieren zu gehen, es gefällt ihnen auch nicht mehr wenn du ihnen spielerisch an den Fingern rumknabberst. Die Kinder sind grösser geworden und wollen nicht mehr mit dir spielen, die Mutter ist es Leid ständig deine Haare wegputzen zu müssen und der Vater hat es satt mit dir zum Tierarzt zu gehen wenn du einmal krank bist.
Ja, du bist einer dieser ausgesetzten Hunde. Hast du etwas geglaubt, deine Besitzer wären etwas Besonderes? Nein, sie sind böse und schlecht, sie behandeln dich wie irgend ein Objekt das seinen Wert verloren hat, du hast ausgedient, du bist jetzt nicht mehr 'in' und du bist auch nicht mehr so klein und putzig wie du es noch als Welpe warst.


Aber warum ich? Habe ich mich vielleicht falsch verhalten? Bin ich hässlich? Bin ich denn schon alt?
Nein, dieses Schicksal teilen viele Hunde. Die Schönen, die Rassehunde, auch Hunde mit Stammbaum werden ausgesetzt, keiner bleibt davon verschont. Auch junge Hunde werden ausgesetzt und auch Welpen die kaum ein paar Tage auf der Welt sind. Die braven und gehorsamen Hunde werden ausgesetzt, denn auch wenn sie gut erzogen sind, so machen sie doch Schmutz im Haus, man muss mit ihnen spazieren gehen, Futter und Medizin kosten viel Geld und in der Ferienzeit sind sie schlichtweg lästig!
Es ist nicht deine Schuld. Du hättest einfach nie in ihre Hände gelangen dürfen! Unverantwortliche Menschen sollten keine Tiere haben dürfen.


Ich weiss nicht wie ich mich um mich selbst kümmern soll. Werde ich das denn überleben?
Das ist wahr. Der Mensch hat dich in ein Haustier umgewandelt, aber von einem auf den anderen Tag bist du ein Wildtier und du musst kämpfen um zu überlegen. Du musst dir dein Futter und Wasser selbst suchen, du musst dich vor anderen Tieren schützen (vor allem von Menschenkindern, sie werden Steine nach dir werfen, mit Schrotkugeln auf dich schießen oder sich andere Grausamkeiten einfallen lassen). Du musst dich vor den rollenden Maschinen, die die Menschen Autos nennen, verstecken, sie werden deine schlimmsten Feinde sein. Halte dich nicht auf Feldern auf, dort gibt es Dornenbüsche, Fallen und andere gefährliche Tiere...


Was wird nun aus mir werden? Welche Zukunft erwartet mich?
Ich weiß es nicht. Es hängt alles davon ab ob ein Schutzengel deinen Weg kreuzt. Weißt du, nicht alle Menschen sind schlecht, manche von ihnen haben Gefühle und wenn sie einen ausgesetzten Hund finden, nehmen sie ihn mit zu sich nach Hause, pflegen ihn und versuchen ein neues Heim für ihn zu finden. Aber diese Personen sind sehr beschäftigt, sie kümmern sich auch um die Tiere in Tierheimen, putzen dort die Zwinger, gewährleisten ihre medizinische Versorgung und führen Kastrationsprogramme durch. Sie besuchen Tötungsstationen um wenigstens ein paar Hunde dort vor dem sicheren Tod zu bewahren. Und sie verbreiten Geschichten wie deine beispielsweise im Internt um so die Chance für ein neues Heim für sie zu erhöhen.
Wenn du aber keinem dieser Retter über den Weg läufst, wirst du wahrscheinlich vor Hunger, durch Krankheiten, Verletzungen oder angefahren in einem Strassengraben liegend sterben. Oder es kommen Männer in Uniform die dich einfangen und mitnehmen. Aber freue dich nicht darüber, diese Personen sammeln ausgesetzte Hunde auf, aber nicht weil es ihre Berufung ist, sonder einfach nur ihre Arbeit, für die sie bezahlt werden. Meistens mögen sie Tiere nicht einmal. Sie werden dich in eine Tierauffangstation bringen (sie nennen es Tötungsstation, aber auch Tierpflegestätte oder Tierschutzzentrum...) aber lass dich nicht von dem Namen täuschen. Es ist ein kalter Ort, voller Urin und Exkrementen, ihr seid dort eingeschlossen in viel zu kleinen Zwingern zusammen mit vielen anderen Hunden. Manche hinken, manche haben nur noch ein Auge oder andere Blessuren, andere haben kürzlich erst Welpen auf die Welt gebracht (oft werden die trächtigen Hündinnen ausgesetzt) und wieder andere die verwöhnt, verhätschelt und betrogen wurden, denn sie vertrauten ihrem Besitzer als dieser sagte, er nimmt sie mit in den Park...
Sie werden deine Freunde aus den Zwingern holen, einen nach dem anderen. 'Sie werden eine neue Familie gefunden haben', wirst du dir denken. Nein, mein unschuldiger Freund, diese Herren geben ihnen eine Giftspritze um sie zu töten, sie werden für immer schlafen und niemals wieder ihre Augen öffnen.


Werden sie mich auch töten?
Ich hoffe sehr dass ich mich täusche, aber sicherlich werden sie dich auch töten. Die Chancen dass du adoptiert wirst sind gering: Die Leute bevorzugen Welpen und Rassehunde. Neben dir gibt es noch weitere 40 Hunde die genau so sind wie du. Was hast du besonders an dir? Welche Qualen hast du gelitten? Alle anderen haben auch gelitten, und vielleicht sogar schlimmer, die Welpen zum Beispiel, die noch nicht einmal wissen, was ein eigenes Heim ist, oder der einäugige Hund, den sie mit Steinen und schlimmeren beworfen haben, oder der Pitbull, der nach einem heimlichen, grausamen Hundekampf weggeworfen wurde, oder der Galgo, dessen ganzes Leben schlecht war und er alles für ein Häufchen alter Knochen getan hat.
Die Zeit rennt, sie geben euch zehn Tage, wenn euch in dieser Zeit niemand dort rausgeholt hat, werdet ihr getötet.


Ein Ehepaar ist in die Perrera gekommen, was muss ich tun damit sie mich adoptieren?
Du hast zwei Möglichkeiten: lege dich hin und gib keinen Laut von dir, setze den traurigsten Blick auf den du kennst und bete dass sie dich bemerken werden, vielleicht haben sie Mitleid mit dir.
Oder du vergisst alles was du erlitten hast, springst am Gitter hoch und bellst und demonstrierst ihnen dass du der fröhlichste und beste Hund der Welt bist.
Ich muss dich nun verlassen mein Kleiner, ein paar Leute haben auf dem Weg in den Urlaub ihren Hund am Strassengraben ausgesetzt...
Ich wünsche dir viel Glück, hoffentlich wird dich jemand adoptieren und hoffentlich wirst du glücklich mit ihnen sein und alt werden.
Wenn nicht, dann werden wir uns bald schon im Himmel wieder sehen.